Joyce Mansour

Joyce Mansour Die erogene Stunde

Die erogene Stunde

Übersetzer: Heribert Becker

Verlag Hans Schiler
Sprache: Deutsch, Französisch
1. Auflage ()
Broschur, 200 Seiten
ISBN 9783899300444
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teil­weise zwei­spra­chig fran­zö­sisch-deutsch

Schon in ihrem ersten Gedicht­band, Cris (1953), erregte Joyce Mansour in Fran­k­reich die Aufmerk­sam­keit poesie­kun­diger Leser, insbe­son­dere die der Pariser Surrea­listen. »Hier ist nichts«, schrieb einer von ihnen, »was nicht aus den dun­kelsten Tiefen des Seins empor­dringt, in denen Liebe und Tod, Angst und Verlangen, Lust und Schmerz zu einer einzigen, alles versch­lin­genden Wirk­lich­keit versch­melzen …« In der Tat handelt es sich bei diesen kurzen Texten um Schreie (cris), ausge­stoßen von einer Frau, die von »blutenden Wunden, die niemals heilen«, gequält wurde, und für die die Poesie »ein Mittel des Exor­zismus«, der Verar­bei­tung ihrer Erfah­rungen mit Krank­heit und Tod war.
Zugleich spielt von Beginn an die Sexua­lität eine zentrale Rolle in Mansours Werk, in dem eine Art urzeit­li­cher Gesch­lech­ter­kampf tobt, der mit wildem Hass und oft barba­ri­scher Gewalt­tä­tig­keit ausge­tragen wird – die Kritiker spra­chen von »todfar­bener Erotik« – und der doch immer wieder mit der Erlö­sung vom quälenden Dualismus durch die flei­sch­liche Lust endet. Ohne mora­li­sche Hemmungen und jedwede Selbst­zensur, ange­trieben von einem wahren furor poeticus, schleu­dert Mansour die kruden Bilder ihres Unbe­wussten aus sich heraus, unbe­küm­mert darum, ob ihre Texte gesch­macklos oder obszön erscheinen könnten, gleich­gültig auch gegen­über den gängigen litera­ri­schen Normen – eine Dich­terin, die aus den tabui­sierten Zonen hinter der zivi­li­sa­to­ri­schen Fassade spricht.


  • Mansour, Joyce
  • (DE-101)979289890
  • (ISBN10)3899300440
  • (ISBN13)3899300440
  • (ISBN13)9783899300444